Begleitweb

Das Begleitweb zum Lehrbuch Mediendidaktik beinhaltet weiterführende Informationen und Materialien sowie aufgezeichnete Online-Vorlesungen. Der Didaktikcheck ist für registrierte User zugänglich

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DidaktikCheck

didaktikcheck
Mit dem DidaktikCheck werden didaktische Konzepte erstellt und geprüft. Der DidaktikCheck basiert auf einem Ratgebersystem, in dem Aussagen des Lehrbuchs Mediendidaktik hinterlegt sind. Er ermöglicht die systematische Anlage und Auswertung eines didaktischen Konzeptes.  Nach einer Registrierung gehen Sie wie folgt vor:

Ein didaktisches Konzept ... 

  • erstellen: Klicken Sie auf Neues Konzept.
  • ausarbeiten: Sie beschreiben ein geplantes Lernangebot. Nach dem ersten Speichern können Sie Informationen in weiteren Schritten hinzufügen.
  • speichern: Speichern Sie Ihre Eingaben frühzeitig ab, bevor Sie von der Website automatisch abgemeldet werden und Sie ihr Konzept nicht mehr speichern können. Sie können Ihr Konzept danach weiter vervollständigen. Wählen Sie, ob das Konzept nur von Ihnen oder auch von anderen Nutzer/innen der Plattform einsehbar sein soll. (Anonyme User und Suchmaschinen können Ihr Konzept nie einsehen.) Ihre Konzepte finden Sie in der Übersicht.
  • auswerten: Sie können eine Auswertung Ihres Konzepts durch das System abrufen. Die Auswertung gibt Hinweise, ob Ihre Angaben plausibel sind und, wo Ihr Konzept vielleicht verbessert werden könnte (soweit dies auf der Grundlage der Angaben möglich ist). 
  • Punkte sammeln: Im Hintergrund wird ein Punktestand für Ihr Konzept berechnet. Sie erhalten Punkte für die Vollständigkeit, die Komplexität und die Plausiblität Ihrer Einträge. Für die besten Konzepte werden Bronze-, Silber- und Gold-Medaillen vergeben ;-)  
  • ausgeben: Sie können das didaktische Konzept ausdrucken oder als Textdokument weiter bearbeiten. 

Die Nutzung dieses Tools ist für Sie kostenfrei. Mit der Nutzung erklären Sie sich einverstanden, dass Ihre Angaben im DidaktikCheck im Rahmen wissenschaftlicher Forschung ausgewertet werden können.

Der DidaktikCheck eignet sich für die Konzeption eines einzelnen Kurses (z.B. über ein halbes oder ganzes Jahr), nicht für einzelne Unterrichtsstunden oder ganze Lehrgänge und auch nicht für die Planung digitaler Werkzeuge. DidaktikCheck kommt u.a. in unserem Studienprogramm Educational Media zum Einsatz. Für die Arbeit mit DidaktikCheck wird ein Zugriff auf das Lehrbuch als Kindle, Print- oder Online-Version nötig. Viel Erfolg! 


Michael Kerres

 

Ziel | Zielgruppe

Michael KerresMediendidaktikKonzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote 
2013, 4. Auflage, München: Oldenbourg Verlag.  

Was ist das Ziel des Buches?

Das Buch führt in die Grundlagen der Mediendidaktik ein. Es stellt den aktuellen Stand der Forschung zum Lernen mit Medien dar und beschreibt, wie bei der Konzeption und Entwicklung von Lernangeboten mit digitalen Medien vorgegangen wird.

Als Lehrbuch angelegt, skizziert es unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema und zeigt, welche Implikationen sich hieraus für die praktische Umsetzung ergeben. Es fokussiert die didaktischen Fragen mediengestützten Lernens und verortet Mediendidaktik als interdisziplinär angelegtes Fachgebiet in den Bildungswissenschaften. 

An welche Zielgruppe richtet sich das Buch?

Das Buch wendet sich an Personen, die mediengestützte Lernangebote planen, entwickeln und einsetzen. In Beispielen wird auf Anwendungen in Schulen und Hochschulen sowie der Erwachsenen- und Weiterbildung eingegangen. Es richtet sich sowohl an Lehrende, die Medien einsetzen, als auch an Personen, die in Bildungseinrichtungen und -abteilungen, in Verlagen oder Softwareunternehmen konzeptuell tätig sind. 

Als Lehrbuch findet es Einsatz in Studienprogrammen mit bildungs- oder kommunikationswissenschaftlichem Schwerpunkt und in Informatik(-nahen) Studiengängen. Das Begleitweb bietet Studierenden und Lehrenden weitere Informationen, Materialen und Dokumente zum Download.

Für welchen Einsatzzweck ist das Buch gedacht?

Das Buch eignet sich für das Selbststudium ebenso wie für den Einsatz an Hochschulen und in der Weiterbildung. Der erste Teil (Kapitel 2–7) führt in die Grundlagen der Mediendidaktik ein; der zweite Teil (Kapitel 8–15) erläutert das Vorgehen bei der Konzeption mediengestützter Lernangebote. Am Ende werden die zentralen Analyse- und Entscheidungsschritte zusammengeführt. Unter http://didaktikcheck.de können eigene mediendidaktische Konzepte ausgearbeitet werden.

Vor welchem Hintergrund ist das Buch entstanden?

Das Buch ist am Learning Lab der Universität Duisburg-Essen entstanden. Mit externen Partnern werden – gemeinsam mit der learninglab GmbH – innovative Lösungen für das Lernen von Morgen in Projekten entwickelt. Zugleich organisiert und betreut das Learning Lab Online-Weiterbildungsprogramme, wie die Master-Studiengänge Educational Media und Educational Leadership (http://online-campus.net).

Was ist neu in der 4. Auflage

Die neue Auflage enthält eine Reihe von Aktualisierungen und Korrekturen. Viele Beispiele und Abbildungen wurden hinzugefügt, um die Lesbarkeit und Verständlichkeit weiter zu verbessern. Neu ist auch die Möglichkeit, entlang der Kapitel des Buches ein mediendidaktisches Konzept unter http://didaktikcheck.de zu erstellen und auszuwerten zu lassen. Eine frühere Auflage ist unter dem Titel Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung erschienen. 

01 Einleitung

Mediendidaktik ist ein Motor für Innovationen: Projekte zum Lernen mit digitalen Medien haben der Bildungspraxis wichtige Impulse für ein anderes Lernen jenseits traditioneller Formate gegeben. In der Bildungsforschung hat Mediendidaktik wichtige Beiträge zum Verständnis des Lernens, weit über die Medienthematik hinaus, geleistet. Viele Diskussionen über neue Lernformen und -theorien sind mit Erkenntnissen aus Forschungsarbeiten zum mediengestützten Lernen verknüpft, die neue Perspektiven aufgewiesen haben.

Mit ihrem Ziel, Technik für Lerninnovationen und die Lösung von Bildungsproblemen zu erschließen, ist die Mediendidaktik nicht unumstritten: Mal wird moniert, die Mediendidaktik reflektiere die Implikationen von Technik nicht genügend; ein anderes Mal wird kritisiert, dass sie sich nicht hinreichend auf Technik einließe. Oft muss sie vermitteln zwischen einer unkritischen Euphorie und einer pauschalen Ablehnung von Technik. Zielführend erscheint der reflektierte Umgang mit diesen Positionen, freilich im Rahmen eines aktiven Erprobens der Möglichkeiten und Gefahren im Feld.

Das Lernen mit Medien hat eine rasante Entwicklung hinter sich und vermutlich auch vor sich. Immer selbstverständlicher gehen wir mit digitalen Medien im Alltag um. Zunehmend werden sie auch für Lernzwecke genutzt. Die Perspektive auf das Thema Lernen mit Medien hat sich dabei in den letzten Jahrzehnten verändert: Die Möglichkeiten digitaler Medien werden bei der Planung von Lernangeboten zunehmend mitgedacht. Statt einem einfachen „Pro oder Contra“ von digitalen Medien geht es um die Schaffung von lernförderlichen Lernumwelten – mit all den Optionen, die die Medien für die Bildungsarbeit und das informelle Lernen im Alltag eröffnen.

Der Anspruch der diesem Buch zugrunde liegenden gestaltungsorientierten Mediendidaktik geht deswegen über das Lernen mit Medien im engeren Sinne hinaus: Es geht ihr um neue Wege eines anderen und besseren Lernens und um einen Beitrag zur Lösung von Bildungsanliegen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Das „E“ beim E-Lear­ning verliert dabei an Bedeutung: Es geht um Lernangebote, die die vielfältigen Möglichkeiten der Medien nutzen, um nachhaltig Lernerfolge zu erzielen. Die gestaltungsorientierte Mediendidaktik, wie sie bereits in der 1. Auflage des Buches ausgearbeitet wurde, greift die Bandbreite der Optionen auf, die sich heute durch Medien eröffnen, um neue Lernformen – innerhalb wie auch außerhalb institutioneller Bildungskontexte – zu implementieren.

 

 

A - Grundlagen

In den Kapiteln von Teil A werden die allgemeinen Grundlagen der Mediendidaktik dargestellt: 

  • Varianten des mediengestützten Lernens
  • Positionierung der Mediendiaktik in der Bildungsforschung
  • Gründe für das Lernen mit Medien
  • Lernen mit Text, Bild, Ton 
  • Lernen mit Anderen 

In Teil B geht es dann um das Vorgehen bei der Erstellung eines mediendidaktischen Konzepts. 

02 Varianten

02 Varianten selbstgesteuerten Lernens

Ein großer Teil des Wissens erschließt sich uns über Medien. Über Medien partizipieren wir am Wissen einer Kultur und nehmen an gesellschaftlicher Kommunikation teil. Im Folgenden werden unterschiedliche Szenarien vorgestellt, in denen mit digitalen Medien gelernt wird. Es ist zumeist ein selbstgesteuertes Lernen, das in unterschiedlicher Weise alleine, mit anderen Lernern oder mit der Unterstützung einer betreuenden Instanz stattfindet. 

 

Übungen

Übung 1

s. Anlage 

  • Dubs, R. (1999). Lehren und Lernen – ein Wechselspiel. In S. Dietrich & E. Fuchs-Brüninghoff (Hrsg.), Selbstgesteuertes Lernen Auf dem Weg zu einer neuen Lernkultur, DIE Materialien (Bd. 18, S. 57-70). Frankfurt: DIE.

Übung 2

s. Anlage 

Vertiefung: 

  • Lesen Sie eine der Fallstudien im Anhang und ordnen Sie diese einen der Szenarien zu. 

03 Positionierung

03 Positionierung der Mediendidaktik 

Was ist eigentlich Mediendidaktik? Wie kann man Mediendidaktik einordnen? Was sind zentrale inhaltliche und methodische Positionen? Das folgende Kapitel verortet Mediendidaktik als bildungswissenschaftliche Disziplin mit einem gestaltungsorientierten Zugang. 

Verweise

04 Gründe

In diesem Kapitel geht es um Gründe für den Einsatz digitaler Medien: Was spricht für den Einsatz von Medien für das Lehren und Lernen? Welche Rolle haben Medien beim Lernen und welche Vor- und welche Nachteile sind mit dem mediengestützten Lernen verbunden? 

Clark vs. Kozma

Bringen digitale Medien Vorteile für das Lernen mit sich oder hängt der Lernerfolg von ganz anderen Faktoren ab?

Diese Frage ist Gegenstand von empirischen Studien zum Lernen mit Medien bzw. den Metaanalysen, in denen diese zusammengeführt worden sind.

Ihre Interpretation ist jedoch ebenso umstritten. Dies zeigt die Diskussion zwischen Robert Clark und Bob Kozma. Clark stellt infrage, ob die Medien überhaupt einen spezifischen Effekt auf das Lernerfolg haben: Medien beeinflussen das Lernen genso (wenig), wie der Lastwagen, der Waren transportiert, Einfluss auf unsere Nahrung hat. Kozma sieht dies anders und betont die Potenziale der Medien für neue Lernformen.

Was ist Ihre Meinung?

 

Übungen

  • Einstieg: Neue Zürcher Zeitung (11.04.2004): Gibt es einen Mehrwert von E-Learing? (s.a. Anlage)
  • Bransford et al. erläutern die Problematik des Lerntransfers.
  • Metaanalysen (Quellen):
    • Kulik & Kulik (1991) (s. Anlage)
    • Clement & Marten (2000) www.elearning-reviews.org
    • Waxmann et. al. (2003): A Meta-Analysis of the  Effectiveness of Teaching and Learning With Technology on Student Outcomes. s. Anhang. (Zusammenfassung)
    • Means et al. 2009 (für ed.gov): Evaluation of Evidence-Based Practices in Online Learning. A Meta-Analysis and Review of Online Learning Studies (s. Anhang)

Weitere Anmerkungen zu Meta-Analysen:

  • Slavin, R.E. (1984). Meta-analysis in education: How has it been used? Educational Researcher, 13, 6–15.
  • R.E. Slavin, Best-evidence synthesis: An alternative to meta-analysis and traditional reviews, Educational Researcher 15 (1986), pp. 5–11.
  • A. Preussler (2008): Dissertation 

            Übersicht von Studien zu Notebooks in der Schule (bis 2007)

Übung

  • zur Begründung des Medieneinsatzes (PDF)

05 Medien- und Lerntheorien

 

In diesem Kapitel geht es um zwei zentrale Konstrukte der Mediendidaktik: Medien und Lernen, zwei Begriffe, zu denen sehr unterschiedliche Auffassungen in der wissenschaftlichen Diskussion formuliert worden sind. Wie funktioniert das Lernen (mit Medien)? Meint Lernen eine Änderung von Verhalten, eine Erweiterung kognitiver Schemata oder eine Re-Konstruktion von Wissen? Und welche Rolle spielen Medien in diesem Prozess? Wir werden die unterschiedlichen Positionen hierzu kennenlernen, die in der mediendidaktischen Diskussion dominieren. 

Behavorismus

Anfänge des computergestützten Lernens

Startseite

Es begann mit Tauben und Ratten. Wirklich?

Das Label "Behaviorismus" genießt im Kontext des computergestützten Lernens keinen guten Ruf. Wer möchte wie eine Ratte oder Taube konditioniert werden? Doch was wollte Skinner wirklich? Die Lerneinheit geht auf die ersten Versuche der Nutzung von zunächst mechanischen, dann elektronischen und digitalen Geräten für didaktische Zwecke ein. Die technischen Begrenzungen waren groß, der Behaviorismus - die vorherrschende Theorie in den 60er und 70er Jahren - lieferte eher vage Hinweise zur Konstruktion von Lernprogrammen.

1975: And the Changes To Come

Interaktive Systeme

In den folgenden Ausschnitten aus der Sendereihe "Triumph of the Nerds" von PBS können Sie die Geschichte des "Personal Computing" und der interaktiven Computersysteme nachvollziehen.

 

Teil 1: Am Anfang stand IBM für Computer ..

Teil 2: Vom Groß- zum Microcomputer.

Teil 3: ALTAIR.

Teil 4: Microsoft und Apple: die 60er Jahre

Teil 5: Apple ||

Teil 6: Computer überall

XEROX Alto Computer:
Demo des Xerox Alto (aus: Triumph of the Nerds)

 

Konstruktivismus

Konstruktivistische Modelle 
  • Verweis auf "Anchored Instruction" (Jasper Series) 

Zur Vertiefung können Sie folgende Materialien bearbeiten:

  • "Democracy and Education", von John Dewey aus dem Jahr 1916, ist eine der zentralen Texte des Pragmatismus, auf den sich auch die konstruktivistischen Lernthorien heute berufen. Lesen Sie das Original im Internet. Auf S. 60 finden Sie die folgende Passage:
    • That education is not an affair of "telling" and being told, but an active and constructive process, is a principle almost as generally violated in practice as conceded in theory. Is not this deplorable situation due to the fact that the doctrine is itself merely told? It is preached; it is lectured; it is written about. But its enactment into practice requires that the school environment be equipped with agencies for doing, with tools and physical materials, to an extent rarely attained. It requires that methods of instruction and administration be modified to allow and to secure direct and continuous occupations with things. Not that the use of language as an educational resource should lessen; but that its use should be more vital and fruitful by having its normal connection with shared activities. "These things ought ye to have done, and not to have left the others undone." And for the school "these things" mean equipment with the instrumentalities of coöperative or joint activity. (S. 60)

     

  • In dem Buch von Bransford, Brown & Cocking werden die Ergebnisse verschiedener Studien zu konstruktivistischen Lernumgebungen (etwa Jasper) dargestellt. (John D. Bransford, Ann L. Brown, and Rodney R. Cocking etc. al. (2000). How People Learn. Brain, Mind, Experience, and School. National Academic Press. )

Übungen

06 Text, Bild, Ton

Wie funktioniert die Verarbeitung von Text, Bild und Ton? Wenn wir Lernmedien produzieren, müssen wir wissen, wie multimediale Informationen beim Menschen verarbeitet werden: Worauf kommt es an? Ist es vorteilhaft, möglichst viele Wahrnehmungskanäle anzusprechen? Wo sind die Grenzen der Verarbeitungskapazität? Im Folgenden geht es um diese grundlegenden Fragen der Informationsverarbeitung. 

Codierung von Information

 

Der Text von Weidenmann erläutert den Unterschied zwischen multipler Codierung, Multimedia und multimodaler Wahrnehmung. 

 

  • Aufgabe 1: Nehmen Sie Stellung zu folgendem Zitat aus dem Internet:
    • "Pädagogisch professionell gestaltete Lernumgebungen können mehrere Wahrnehmungskanäle ansprechen, was zu einer höheren Behaltensquote und somit zu einer Steigerung der Lerneffizienz führt."
  • Aufgabe 2: Überlegen Sie die Implikationen der Dual Code Theory für die Gestaltung von Lernmaterial. Betrachten Sie die folgenden Ausführungen von Dan Willingham über sog. "Lerntypen":



    Eine Anmerkung zu pädagogischen Implikationen:

     

07 Lernen mit Anderen

 

 

Lernen mit Medien erscheint zunächst als ein einsames Lernen: Ich lese ein Buch, suche Informationen im Internet oder bearbeite ein Lernprogramm. Warum sollten andere Menschen dabei eine Rolle spielen? Im traditionellen Klassenunterricht bin ich dagegen ganz selbstverständlich mit anderen Schüler/innen umgeben, ohne dass mir die Funktion eines solchen Klassenverbands für das Lernen bewusst ist.

Für die Mediendidaktik ist zu überlegen, welche Funktion das Lernen mit anderen überhaupt hat? Im Internet spielen Communities und soziale Netzwerke eine zunehmende Rolle. Es stellt sich die Frage, welche Potenziale in diesen Plattformen für das Lernen liegen und in welcher Weise ich die anderen überhaupt wahrnehme bzw. sie mein Lernen beeinflussen? In dem Kapitel geht es deswegen um die Bedeutung der anderen beim Lernen mit Medien. 

B - Vorgehen

In den folgenden Kapiteln geht es um das Vorgehen bei der Erstellung eines mediendidaktischen Konzeptes: 

  • Planung
  • Aktuere / Zielgruppe
  • Lehrinhalte und -ziele
  • Didaktische Methoden 
  • Lernorganisation

08 Planung

 

Wie planen wir ein mediengestütztes Lernangebot? Welche Vorschläge und Erfahrungen liegen dazu vor? Gibt es bestimmte Vorgehensweisen, denen es sich lohnt zu folgen oder engen diese zu sehr ein?

Um diese Fragen geht es im folgenden Kapitel. Vorgestellt werden zunächst das Rahmenmodell der Didaktik und Modelle des Instructional Design. Weitere Ansätze finden sich in den Überlegungen zum Software-Engineering und Vorgehensmodellen aus der (Wirtschafts-)Informatik. 

Dave Merrill erläutert die Bedeutung von Instructional Design, um Lernangebote richtig konzipieren zu können: 

 

Instructional Design (Materialien)

 

Handbuch Projektmanagement Erwachsenenbildung (2008)

09 Akteure

Bei der Konzeption und Entwicklung von Lernangeboten sind unterschiedliche Akteure in verschiedenen Rollen beteiligt. Diese Akteure und ihre Erwartungen an das Vorhaben sind angemessen einzubeziehen. Besonders relevant sind offensichtlich die Lernenden mit ihren Voraussetzungen und Merkmalen.

  • Instrumente zur Zielgruppenanalyse

10 Inhalte und Ziele

Die didaktische Konzeption eines Lernangebots hängt wesentlich von den Lehrinhalten und den damit verbundenen Zielen ab. Deswegen sind die Ziele, die mit dem Lernangebot verknüpft sind, zu benennen. Dies trägt auch dazu bei, dass sich die Akteure über ihre Ziele verständigen können. 

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer Internet-Plattform !?

Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist die Identifikation des Bildungsproblems: Pädagogische Maßnahmen können nur pädagogische Probleme lösen. In der Praxis finden wir nicht selten Lernangebote bzw. Bildugsmaßnahmen, bei denen nicht genau benannt ist, zur Lösung welchen Bildungsproblems diese "eigentlich" durchgeführt werden sollen. Schauen Sie sich das folgende Video von Loyd Rieber an, in der er erläutert, warum ein "needs assessment" von grundlegender Bedeutung für die Planung eines Lernangebotes ist.

Lloyd P. Rieber is Professor of Learning, Design, & Technology at The University of Georgia. Ja, und in seiner Freizeit Farmer :-)

Hier seine Einführung in "needs assessment": "Instruction can only solve instructional problems" ... 

In dem folgenden Beitrag werden die zentralen Elemente der Analyse-Phase am Beispiel "Wir lernen Pizza backen :-) " erläutert: 

Tutorials

Folgende Tutorials sind verfügbar. 

Für die Wiedergabe der Tutorials muss ein aktueller Flash-Player auf Ihrem Computer installiert sein. 

Übungen

11 Methoden I

Lerninhalte vermitteln sich nicht alleine durch ihre Präsentation. Sie sind mit einer didaktischen Methode aufzubereiten, damit Lernprozesse zuverlässig angeregt werden. Didaktische Methoden beschreiben, wie aus Lerninhalten Lernangebote werden. Im folgenden Kapitel geht es zunächst um expositorische und explorative Ansätze.

Hier ist das Schema, das bei der Entscheidungsfindung helfen kann: 

Verweise:

12 Methoden II

Die meisten mediengestützten Lernangebote folgen, wie konventioneller Unterricht, expositorischen Methoden der Wissensvermittlung, teilweise erweitert um explorative Elemente. Es bleibt die Frage: Dupliziert das Lernen mit Medien damit nicht schlicht solche Vorgehen, die bereits im konventionellen Unterricht vielfach kritisiert worden sind?

Im vorigen Kapitel wurde dargestellt, dass expositorische und explorative Varianten nicht als solches gut oder schlecht zu bewerten sind. Es kommt vielmehr darauf an, welche Lehrziele verfolgt werden. Expositorische und explorative Methoden, wie sie in  Kapitel 11 beschrieben wurden, eignen sich vor allem für die Vermittlung deklarativen Wissens. Wenn es jedoch um komplexere Kompetenzen geht, sind andere Methoden zu wählen, um diese Lehrziele zu vermitteln.

Diese Methoden sind mit einem höheren Aufwand in der Planung und Umsetzung verbunden und stellen auch an die Lernenden und Betreuenden höhere Anforderungen. Dennoch kommen die Potenziale des Lernens mit Medien gerade in solchen Arrangements, wie sie im Folgenden beschrieben werden, besonders zum Tragen. Es lohnt sich also, diese Methoden genauer zu studieren!

Übungen

  • Leitfaden für Tutor/innen zum Problemorientierten Lernen in der Medizin (RUB)

13 Lernorganisation

In dem Kapitel "Lernorganisation" geht es um die Frage, wie mediengestützte Lernangebote zeitlich, räumlich und sozial organisiert werden, jenseits der didaktisch-methodischen Entscheidungen, die bereits diskutiert wurden. Dabei werden verschiedene didaktisch-methodische Entscheidungen, die in vorigen Kapiteln beschrieben worden sind, erneut aufgegriffen. Diskutiert wird, wie sich diese am besten umsetzen lassen. 

Zur Prüfung der Lernorganisation wird das 3C-Modell herangezogen, das im Kapitel Lernorganisation erläutert wird: 

Zeichnen Sie einen Kreis und tragen Sie den Anteil der drei Komponenten im Hinblick auf ihren Anteil an der typischen Lernzeit ein. 

Die Darstellung soll veranschaulichen, wieviel Lernzeit die Person mit Content, Communicatio oder Construction verbringt. Dies kann dann den Lehrzielen gegenübergestellt werden, um zu prüfen, ob sich die Lehrziele grundsätzlich erreichen lassen.

Im folgenden Text geht es um das Lernen mit digitalen Medien in der Primarstufe. (Die Website http://ictip.ch/  beinhaltet auch Videos aus dem Unterrichtseinsatz.)

 

 

Übungen

Fallbeispiele zur Lernorganisation

14 Implementation

Das Kapitel beschäftigt sich mit der Entwicklung von Lernangeboten für das Internet und den dabei entstehenden Herausforderungen. Zentrale Themen sind, wie die Wiederverwertbarkeit von Contents technisch unterstützt werden kann und sich Lernplattformen angesichts der Diskussion über Web 2.0 verändern. 

15 Innovation

Die Einführung mediengestützter Lernformen ist zumeist eine Innovation, die für die Beteiligten, aber auch die Organisation als Ganzes ein Umdenken erfordert. Nicht selten reagieren sie mit Skepsis oder Ablehnung, wenn die Einführung der Neuerung nicht von Beginn an mit bedacht wird. Das folgende Kapitel diskutiert einige Aspekte der Einführung von E-Learning als Lerninnovation, speziell im Kontext von Hochschulen.

Beispiele aus dem Hochschulsektor: http://onlineedureport.org/

16 Leitfaden

Der Leitfaden zur mediendidaktischen Konzeption führt die wesentlichen Analyse- und Entscheidungsschritte, die in den vorigen Kapiteln erläutert wurden, zusammen. Die aufgeführten Punkte dienen als Grundlage, um eine mediendidaktische Konzeption systematisch entwickeln zu können. 

 

Literatur

online bei Zotero.org

Die Angaben des Literaturverzeichnisses des Lehrbuchs sowie weiterführende Literaturverweise sind vollständig bei Zotero.org verfügbar. Sie können der Gruppe mdidaktik beitreten, in den Litearturangaben nach Schlagworten suchen und sie in ihr Zotero übernehmen:

https://www.zotero.org/groups/mdidaktik/

weitere Online-Quellen

Folien

Folien zu Vorlesung / Projektseminar

Schlagworte

Zur Vorbereitung auf die Klausur: Im folgenden finden Sie zentrale Begriffe aus den Lerneinheiten. Prüfen Sie selbst, ob Sie diese Begriffe / Abkürzungen erläutern können:

Mehrwert digitaler Medien
  • experimentelles Forschungsdesign, Anforderungen 
  • Kulik: Metaanalyse
  • Arten von „Lernerfolg“
  • träges Wissen, Lerntransfer
  • postulierte Medienwirkungen
  • Mehrwert E-Learning?
  • Potenziale: „anders“ Lernen mit Medien
Mediendidaktik. Bildungstechnologie. Didaktisches Design
  • Mediendidaktik + Medienerziehung = Medienpädagogik
  • deskriptive, präskriptive, normative Perspektive von Bildungsforschung 
  • Varianten von „Präskriptionen“
  • Instruktionsdesign: ADDIE
  • allgemeines Planungsmodell der Didaktik (Heimann)
Merkmale des mediengestützten Lernens
  • formelles / informelles Lernen
  • Qualifikation, Performanz, Kompetenz
  • Essentials des Lernens: Lernen ist ein ….
  • multicodale, multimodale, multimediale Darstellung 
  • Dual Code Theory (Paivio) 
  • Cognitive Load Theorie (Sweller) 
Anfänge des computergestützten Lernens
  • operante Konditionierung (Skinner)
  • positive und negative Verstärkung
  • Bestrafung und Löschung
  • kontinuierliche und intermittierende Verstärkung
  • Shaping, Fading
  • Arten von Verstärkern
 Vom Behaviorismus zum Kognitivismus
  • expositorische vs. explorative Unterrichtsverfahren
  • Interaktivität, Interaktion
  • intelligente tutorielle Systeme
Konstruktivistische Lernumgebungen
  • "Wissen kann nicht vermittelt werden."
  • Cognitive Apprenticeship (Kognitive Meisterlehre)
  • Communities of Practice
  • Scaffolding
  • Anchored Instruction
  • Zone der proximalen Entwicklung (Vygotsky) 
Mit anderen Lernen: Social Media
  • Soziale Gruppen / Communities 
  • Web 2.0
  • Weblog, Wiki 
Planung
  • lerntheoretische Paradigmen > Planung von Lernangeboten
  • sequentielles Vorgehen | ADDIE | Wasserfallmodell | Grob- und Feinkonzept
  • iteratives Vorgehen | inkrementelle Entwicklung | Rapid Protyping | agiles Design
  • Design dein Design (DdD)
 

Prüfungsfragen

 

Typische Prüfungsfragen 

Kognitivismus

  • In welchen Punkten liegen zentrale Unterschiede in der Interpretation von Lernen und Lehren im Kognitivismus und Behaviorismus?

  • Was ist der Unterschied zwischen Interaktion und Interaktivität?

  • Skizzieren Sie die lernpsychologische Position von Ausubel vs. Bruner. Welche Implikationen ergeben sich jeweils  für die didaktische Konzeption von mediengestützten Lernangeboten?

  • Nennen Sie die Argumente, die für und gegen Exploration in der Gestaltung von Lernangeboten sprechen? Beschreiben Sie die Vor- und Nachteile anhand eines Beispiels beim Lernen mit Medien.

  • Warum (Wo?) stößt die Überlegung, auf eine menschliche Lehrperson zu "verzichten" und das Lehren auf Computer zu übertragen, insb. in der Tradition der deutschsprachigen Didaktik häufig auf Widerstand?

  • a) Beschreiben Sie Idee und Aufbau eines intelligenten tutoriellen Systems. b) Wo sind die Grenzen eines solchen Systems?

  • Worin unterscheiden sich aus didaktischer Sicht Hypertext und intelligente tutorielle Systeme?

Konstruktvismus 

  • a) Was ergeben sich aus der Aussage von Dewey für Forderungen an Unterricht: „That education is not an affair of ´telling´and being told, but an active construction process, is a principle almost as generally violated in practice as conceded in theory.“ b) Wie kann der Einsatz von Medien dazu beitragen, diese Forderung einzulösen?

  • a) Welche Bedeutung hat die "Authentizität" von Lernangeboten / Lernsituationen? b) Wie kann diese mit Medien hergestellt werden?

  • Was bedeutet "Lernen mit Ankern"? Wie können solche Ankern beim mediengestützten Lernen realisiert werden?

  • Warum und wie können gerade (digitale) Medien konstruktivistische Ansätze des Lernens und Lehrens besonders gut unterstützen?

  • Warum kommt dem Lernen in "Lerngemeinschaften" bzw. kooperativen Lernen in konstruktivistischen Ansätzen besondere Bedeutung zu? Welche Forderungen an die "Kooperation" beim Lernen (mit Medien) würden sich aus konstruktivistischen Ansätzen ergeben?

Beispielklausur (BA)

1) "Lernen mit Medien ist besser und kostengünstiger als konventionelle Unterrichtsverfahren." Nehmen Sie Stellung zu der Aussage.

2)  a) Beschreiben Sie den Ablauf eines "Computer Based Training" - Programms, wie sie in den Anfängen des computergestützten Lernens realisiert wurden.

b) Erläutern Sie, inwiefern hierbei die Verstärkungsprinzipien Skinners zur Anwendung kommen.

3)  a) Skizzieren Sie Aufbau und Funktion eines "intelligenten tutoriellen Systems".

b) Erläutern Sie die Probleme des Ansatzes.

4)  "Multimedia-Präsentationen auf dem PC mit Texten auf dem Bildschirm, die gleichzeitig vorgelesen werden, sind vorteilhaft, denn sie sprechen mehrere Wahrnehmungskanäle gleichzeitig an."  Nehmen Sie bitte Stellung unter Bezugnahme auf die Theorie von Paivio.

5) In einer Werbebroschüre finden Sie die Aussage:  "Interaktive Lernprogramme bringen Unterricht auf den Computer. Der Computer steuert den Lernenden Schritt für Schritt und zuverlässig zum Lernziel."

Welcher lerntheoretische Ansatz kann dieser Aussage zugeordnet werden? Bitte erläutern.

6) Nennen Sie zentralen Aussagen des pädagogischen Ansatzes von Vygotský und erläutern Sie, wie dieser - an einem Beispiel Ihrer Wahl - beim Lernen mit Medien angewendet werden könnte.

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