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Aufbau und Anlage einer Prüfungsarbeit

Im Folgenden finden Sie grundlegende Hinweise zum Aufbau und zur Anlage Ihrer Master-Arbeit  (nicht zu den Inhalten einer solchen Arbeit).

Allgemein

Die Arbeiten am Learning Lab sind grundsätzlich empirisch angelegt und folgen der sozialwissenschaftlichen Forschungslogik. Es kann z.B. um die Entwicklung oder Erprobung eines neuartigen Lehr-Lernangebotes in einer Bildungseinrichtung gehen. Einre rein reproduktive Arbeit, in der vorhandene Literatur aufbereitet und ausgewertet wird, kann nicht akzeptiert werden. 

Die Arbeit kann in deutscher oder englischer Sprache verfasst werden. 

Eine formale Vorlage für das Layout der Arbeit gibt es nicht. 

Prüfungsarbeiten sind in einem digitalen Format abzugeben, mit dem eine Plagiatsprüfung möglich ist. 

Forschungsmethode

Die Forschungsmethode muss zu dem gestellten Forschungsproblem passen und sie muss  "machbar" sein. 

Das Learning Lab ist dem Ansatz der gestaltungs- (oder entwicklungs-) orientierten Bildungsforschung  verbunden, international diskutiert als "design based research". Es geht dabei um die Entwicklung einer innovativen Lösung für ein konkretes Bildungsanliegen und dessen systematische Auswertung. Es besteht auf den ersten Blick eine Nähe zur "Evaluationsforschung", im "design based research" stehen aber Reflexion und Theorieentwicklung im Vordergrund (und nicht die Bewertung des Vorhabens an sich). 

Sie wählen einen forschungsmethodischen Ansatz der quantitativen oder qualitativen Sozialforschung, der Ihnen für Ihre Forschungsfrage angemessen erscheint. Wir beraten Sie bei diesem Entscheidungsprozess, vor allem auch unter dem Aspekt der Umsetzbarkeit des Vorgehens. Denn die Entwicklung eines Fragebogens, die Entwicklung von Leitfäden für Interviews, der Zugang zum Feld usw. erfordern nicht unerhebliche Aufwände, die - insb. bei einer gestaltungsorientierten Bildungsforschung  - zur Durchführung des innovativen Vorhabens hinzukommen. Wir emfephlen regelmässig, sich an erprobten methodischen Wegen zu orientieren, die in Artikeln bereits publiziert worden sind. 

1. Einleitung

Beschreiben Sie das Problem der Arbeit. Sie können an dieser Stelle auch auf Aspekte eingehen, die sich aus einer (ihrer) praktischen Tätigkeit, einem bestimmten institutionellen Kontext oder einer aktuellen bildungspolitischen Diskussion ergeben und die Sie motiviert haben, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Hierbei müssen Sie letztlich eine theoretische Frage herausarbeiten und benennen, die im Mittelpunkt der Arbeit steht.

Umfang: ca. 2-5 Seiten (ohne Untergliederung)

2. Theorie

Beschreiben Sie den "Stand der Forschung": theoretische Konzepte und Befunde, die für ihre Fragestellung relevant sind. Beschränken Sie sich auf die für Ihre Fragestellung einschlägigen Ergebnisse und vermeiden Sie es, "weiträumig" Theorien und Informationen wiederzugeben. Beginnen Sie Ihre Arbeit nicht mit Definitionen, wie z.B. "Was ist E-Learning?" Berichten Sie dagegen möglichst genau Theorien und Befunde aus vorliegenden Artikeln und bereits durchgeführten Studien, die ähnlich gelagert sind, und an denen Ihre Arbeit aufsetzen kann.

Bitte recherchieren Sie neueste, internationale (englischsprachige) Zeitschriften, um den Stand der Forschung darstellen zu können. Die Intensität der Auseinandersetzung mit solcher Literatur wird ganz entscheidend zur Qualität Ihrer Arbeit beitragen!

Eine grundlegende Bedingung für die Anfertigung einer wiss. Arbeit besteht darin, über einen guten Zugang zu aktueller wissenschaftlicher Literatur zu verfügen. Tauschen Sie sich hierzu untereinander aus, sprechen Sie mit zustängigen Referent/innen der Universitätsbibliothek: Der überwiegende Teil der für uns relevanten Literatur ist Online und per Fernleihe verfügbar. Beachten Sie auch, dass Bücher zwar einen guten Einstieg liefern, aber aufgrund längerer Produktionszeiträume nicht den aktuellsten Stand der wissenschaftlichen Diskussion bieten. (Das gilt auch für Bücher vom Lehrstuhl für Mediendidaktik :-) 

Benutzen Sie in jedem Fall von Beginn an ein Literaturverwaltungsprogramm, wie Zotero, Mendely oder Citavi, um Ihre Literaturbestände zu verwalten. Hiermit erstellen Sie automatische und formal richtige Literaturverzeichnisse (s.a Hinweise der Universitätsbibliothek). Zotero (wird am Lehrstuhl überwiegend genutzt) und Mendely sind kostenfrei verfügbar, für Citavi hält die Universitätsbibliothek eine Lizenz bereit. Interessant sind auch soziale Wissenschaftsplattformen, wo Sie sich mit anderen über Literatur austauschen können (z.B. Mendeley). 

Der Theorieteil schliesst ab mit einer Nennung der theoretischen Fragestellung oder Hypothesen, die im folgenden empirischen Teil untersucht werden.

Umfang: z.B. 30-50 Seiten (gegliedert, Vorschlag: 2 Gliederungsebenen)

3. Methode

Der Methodenteil beschreibt und begründet, wie Sie vorgegangen sind bei der Durchführung Ihrer Untersuchung. Merkmal einer wiss. Arbeit ist es, das eigene Vorgehen zu reflektieren und deutlich zu machen, dass man methodische Alternativen kennt und in Erwägung gezogen hat. Begründen Sie, warum Sie in dieser Weise vorgegangen sind. Stellen sie ausführlich dar, wie Sie z.B. an Ihre Testpersonen gelangt sind, wieviele Personen an Ihrer Untersuchung teilgenommen haben etc. Beschreiben Sie offen, wenn Schwierigkeiten bei der Durchführung der Untersuchung aufgetreten sind. Geben Sie Hinweise auf das methodische Vorgehen anderer, vergleichbarer Arbeiten.

Es ist deutlich besser, das methodische Vorgehen einer anderen - ähnlich gelagerten - Arbeit zu übernehmen, als ein eigenes Verfahren "im luftleeren Raum" zu erfinden. Dies betrifft z.B. Fragebögen und andere Datenerhebungsverfahren: Wenn Sie einen eigenen Fragebogen entwickeln, sollten Sie deutlich machen, dass (welche?) andere Instrumente hierfür nicht geeignet sind.

Der Methodenteil schliesst ab mit den nunmehr methodisch präzise formlierbaren Fragestellungen oder Hypothesen. Diese Fragestellungen müssen sich auch tatsächlich untersuchen bzw. im folgenden Teil prüfen lassen. 

Die Fragestellungen oder Hypothesen bitten nummerieren.

Umfang: z.B. 20 Seiten (gegliedert, 1-2 Ebenen)

4. Ergebnisse

Der Ergebnissteil berichtet die Ergebnisse, und zwar für jede Fragestellung oder Hypothese einzeln. Nennen Sie dazu die Fragestellung oder Hypothese erneut und berichten Sie dazu die Ergebnisse - ohne eine Bewertung, Interpretation  und auch ohne Bezug zu theoretischen Konzepten. Dies folgt erst im nächsten Teil der Arbeit.

Am Ende des Ergebnisteils erstellen Sie eine Zusammenfassung, in der Sie feststellen, welche Ergebnisse Sie zu bestimmten Fragestellungen und Hypothesen erhielten. 

Umfang: je nach Typ der Arbeit, zwischen 30-50 Seiten

5. Diskussion 

Im Schlußteil nennen Sie nunmehr erneut, was das Anliegen Ihrer Arbeit ist, was wesentliche Fragestellungen waren, wie Sie vorgegangen sind, und was Ihre Ergebnisse sind. Beziehen Sie diese Ergebnisse auf die im Eingangsteil dargestellte theoretische Diskussion und zeigen Sie auf, ob und wo sich diese Diskussion bestätigt hat und wo neue Fragen aufgekommen sind. Übrigens: Die Qualtität ihrer Arbeit hängt nicht davon ab, ob Sie vorliegende Ansätze "nur" bestätigen oder verwerfen.

Umfang: je nach Typ der Arbeit, zwischen 10-30 Seiten

6. ggfs. Fazit 

Nunmehr können Sie darauf eingehen, ob und welche Konsequenzen Ihre Ergebnisse möglicherweise haben. Hierzu können Sie z.B. einen Leitfaden, Gestaltungshinweise oder Ähnliches entwerfen, die zentrale Ergebnisse für eine praktische Anwendung festhalten.

Umfang: je nach Typ der Arbeit, zwischen 1-10 Seiten

7. Zusammenfassung 

Das Ganze fassen Sie dann bitte nochmals auf 2 Seiten zusammen. Bei englischen Arbeiten bitte eine deutsche Zusammenfassung hinzufügen.

8. Literatur

(Nur) Alle Literatur, die im Text erwähnt wird, muss zitiert werden, vorzugsweise nach APA-Norm.

9. Anhang

ggfs. Rohdaten (insb. bei Interviews), SPSS-Datendatei, ggfs. auf Datenträger (CD) 

10. Erklärung

Die Arbeit muss eine Erklärung beinhalten, dass Sie die Arbeit selbständig verfasst haben.

Beachten Sie bitte, dass Übernahmen aus anderen Quellen, wie dem Internet, immer zu zitieren sind. Verletztungen dieser Regel führen zur sofortigen Ablehnung der Arbeit.

PS: 

Gerne können Sie auf Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnisse verzichten!

 

 

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