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TitelZum Zusammenwirken von Forschung und Praxis. Kooperative Handlungspraktiken im Kontext digitaler Bildungsprojekte
Publication TypeConference Proceedings
Year of PublicationIn Press
EditorHeinemann, A, Birnbaum, L, Jörissen, B, Kröner, S, Leber, J, Schmiedl, F, Kerres, M
Conference NameMedienPädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
VolumeSpecial Issue
Abstract

Das Schlagwort ‹Digitalisierung› verweist auf grundlegende Herausforderungen für die verschiedenen Facetten von Bildung, die dazu geführt haben, dass sich die Bildungspraxis ebenso wie die Bildungsforschung intensiv mit den Implikationen des Digitalen beschäftigen (Jörissen et al. 2022; Kerres 2022). Die Akteursgruppen in Bildungsforschung, -praxis und anderen Bereichen verfügen über Wissenssysteme, die mit unterschiedlichen Handlungspraktiken und –logiken einhergehen (Hartmann und Kunter 2022; Farley-Ripple et al. 2018) und es stellt sich die Frage, wie diese Akteure zusammenwirken (können), um die genannten Herausforderungen zu bearbeiten. Bildungsforschende verfolgen im Rahmen des Digitalisierungsdiskurses teilweise das Anliegen, die Relevanz einer eigenständigen Bearbeitung ihrer Forschungsfragen – als Teil des Wissenschaftssystems – (selbstreferentiell) zu thematisieren (Grünberg und Lange 2025).

Zunehmend wächst die politische und gesellschaftliche Erwartung, diesen Transformationsprozessen, etwa in Förderprojekten mit gemischten Akteurskonstellationen, gemeinsam gestaltend zu begegnen (OECD 2022; BMBF 2018). Insofern erscheint es wichtig darüber nachzudenken, wie die Schnittstelle zwischen Bildungsforschung und –praxis für die beteiligten Akteure vorteilhaft ausgestaltet werden kann und wo die Grenzen dieser Zusammenarbeit liegen. Das Zusammenwirken der Akteure aus Forschung und Praxis kann ganz unterschiedlich angelegt sein: Es kann darin bestehen, Entwicklungen und Erkenntnisse aus Forschungsprojekten der Praxis zur Verfügung zu stellen und zu disseminieren oder mit der Praxis zu diskutieren. Der Aufbereitung von Forschungsergebnissen in der Wissenschaftskommunikation kommt dabei eine grosse Bedeutung zu.

Gleichwohl wird aktuell besonders über Formen des Zusammenwirkens nachgedacht, die stärker auf dialogische oder diskursive Praktiken ausgerichtet sind (Kerres, Sander, und Waffner 2022). Auch rücken intermediäre Akteure in den Blick, die zwischen Bildungsforschung und –praxis vermittelnd tätig sind (Cooper 2014; Ghadiri-Mohajerzad, und Schrader 2024). Schliesslich geraten auch solche Konstellationen verstärkt in den Blick, in denen technologische, ökologische und räumlich-materielle Akteure nicht nur als Bedingungen, sondern als Beteiligte adressiert werden (Bettinger und Jörissen 2022; Macgilchrist et al. 2024).

Die Diskussion über Forschungsansätze wie Design-Based-Research, partizipative Entwicklungsarbeit oder modellhafte Partnerschaften zwischen Forschungseinrichtungen, Bildungsträgern und Akteursgruppen aus der Technologieentwicklung verweisen auf ein wachsendes Feld entsprechender Praktiken und neuer Akteurskonstellationen (z. B. Cooper, MacGregor, und Shewchuk 2021; Endberg, Heinemann, und Hasselkuß 2022; Liegmann et al. 2022). Es zeigt sich, dass die verschiedenartig angelegten Perspektiven der Kooperationspartner in ihrer Differenz nicht automatisch konvergieren und zu einem gemeinsamen Ergebnis führen, sondern eine erfolgreiche Zusammenarbeit – so sie überhaupt möglich wird – an spezifische Voraussetzungen gebunden ist, wie z. B. geteilte Problemdefinitionen, transparente Rollenverteilungen, tragfähige Beziehungskulturen sowie strukturelle Ressourcen.

Hindernisse entstehen häufig dort, wo diese Voraussetzungen nicht gegeben sind – sei es durch verschiedene Erwartungen, Zielsetzungen oder fehlende Feedbackschleifen zwischen den Feldern. Vor diesem Hintergrund liegt das Erkenntnisinteresse des Themenhefts auch auf der Frage, wie Strukturen geschaffen werden können, die eine breite Anschlussfähigkeit in ko-konstruktiver Zusammenarbeit und nachhaltigen Transfer fördern (z. B. Hartmann und Kunter 2022; Gorard, See, und Siddiqui 2020).

 

Das Themenheft zielt darauf ab, konzeptionelle und empirische Ansätze aufzuzeigen, vorliegende Arbeiten einzuordnen und kritisch zu reflektieren. Es geht um die Praktiken des (Nicht-)Gelingens im Zusammenwirken von Bildungsforschung und -praxis in Digitalisierungsvorhaben. Dazu sind auch methodologische Überlegungen, Übersichtsarbeiten oder Fallstudien als Beiträge eingeladen.

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